Rockabilly-Frisuren für Männer

Elvis Presley prägte zwar auch die Frisuren der Rockabellas, vor allem aber natürlich den Rockabilly-Look der Männer. Äußerst beliebt bei den jungen Herren waren in den 50er bis 70er Jahren Koteletten und die Elvis-Tolle, ganz wie sie ihr großes Idol trug.

Elemente und Grundlagen von Rockabilly-Männerfrisuren

Elvis mit Pompadour

Elvis mit Pompadour.
Quelle: Metro-Goldwyn-Mayer, Inc.

Heute zollen die Rockabilly-Anhänger dem King of Rock’n’Roll ebenfalls ihren Tribut, indem sie den Retro-Style der Fifties frisurentechnisch wieder aufleben lassen. Ihr wichtigstes Utensil dabei ist sicher die Pomade. Alternativ können Männer für den Rockabilly-Stil Haargel oder Haarwachs verwenden. Wichtig ist, dass das Haar fest fixiert ist und schön glänzt. Daher stammt auch der Begriff Grease oder Greaser Look, der häufig synonym für die Frisuren der Elvis-Fans verwendet wird. Die deutsche Übersetzung von „to grease“ lautet „einfetten“, „schmieren“. Auch der Begriff „Schmalzlocke“ bezieht sich auf diesen Wortzusammenhang. Neben diesen Termini wird dieser Stil auch als Pompadour-Frisur bezeichnet, die auf Madame de Pompadour Mitte des 18. Jahrhunderts zurückgeht. Sie trug die Frontpartie ihrer Haare stehts hoch aufgetürmt. Eine weitere Bezeichnung für diesen Look ist „Quiff“.

In Verbindung mit der Elvis-Tolle etablierte sich auch der sogenannte Ducktail. Auch Duck’s Tail, Duck’s Ass oder kurz D.A. genannt, beschreibt er die seitlichen Haarpartien, die nach hinten frisiert und am Hinterkopf leicht eingeschlagen werden, sodass mit der mittig verlaufenden Kante die Optik eines Enten-Hinterteils entsteht. Die Frisur wurde unter anderem von Frank Sinatra getragen. Mit dem Ducktail lässt sich der Hairstyle des Elephant’s Trunk (zu deutsch: „Elefantenrüssel“) gut kombinieren. Dabei werden die vorderen Haarpartien nach oben gekämmt und über die Stirn als Locke nach unten gezogen. Eine weitere gängige Bezeichnung für die Frisur mit der herunterhängenden Strähne war „Waterfalls“.

Chuck Berry mit Conk Frisur

Chuck Berry mit Conk-Frisur.
Quelle: Billboard, page 59, 25 November 1972

Grundlage von klassischen Rockabilly-Frisuren wie Elvis-Tolle und Ducktail ist jeweils ein Faconschnitt mit etwas längerer Frontpartie. Um einen Ducktail zu frisieren, sollten die Haare von der Stirn bis zum Nacken sauber immer kürzer werden. Hier gibt es einen gleichmäßigen Übergang der Haarlängen. Oftmals tragen Rockabillies jedoch einen Faconschnitt mit deutlicher geschnittener Kante. Hierbei werden die seitlichen Partien sowie die Haare im Nacken mit der Maschine kurz getrimmt. Die langen Deckhaare in der Mitte können dann mit Pomade oder Gel einfach nach hinten gelegt werden.

Eine besonders unter farbigen Männern beliebte Frisur war in den 50er Jahren außerdem der sogenannte Conk. Der Begriff leitet sich von „Congolene“ ab, dem Namen eines Haargels, das in dieser Zeit verbreitet war. Bei diesem Hairstyle wurden die üblicherweise krausen Haare mit chemischen Hilfsmitteln geglättet und dann zum Beispiel zu Pompadours frisiert. Chuck Berry und Little Richard machten den Conk populär.

Der Greaser-Look

Der Terminus „Greaser“ bezeichnet nicht nur eine bestimmte Rockabilly-Männerfrisur, sondern bezieht sich auch auf die ganze Rock’n’Roll-Jugendkultur, die sich in den 50er Jahren in den USA entwickelte. Sie war von der Musik und vom Styling der Rock’n’Roll Größen geprägt. Allen voran Elvis Presley, aber auch Chuck Berry, Little Richard und Richie Valens etablierten den markanten Look mit der Tolle, der auch in den 70er Jahre immer noch bzw. wieder beliebt war und sich auch unter anderen Subkulturen verbreitete. In anderen Teilen der Welt entwickelten sich in der Zeit äquivalente Stilrichtungen, so zum Beispiel die sogenannten „Ton-Up Boys“ in Großbritannien. Diese britischen Jungs bildeten den Grundstein für die Biker-Szene, währen die us-amerikanischen Greaser der 50er Jahre vor allem auf Hot Rods standen. Neben der typischen, nach hinten gelegten Frisur, zeichnete sich der Greaser-Look durch bunte T-Shirts oder Baseball-Shirts mit hochgekrempelten Ärmeln sowie Jeans- oder Lederjacken aus. Dazu trugen die Greaser meist Lederhosen oder Levi’s Jeans mit hochgekrempelten Beinen.


Anleitungen Rockabilly-Männerfrisuren

Anleitung Elvis-Tolle oder Pompadour

  1. Haare waschen und trocknen, sodass sie nicht mehr nass sind.
  2. Haare am ganzen Kopf anfönen, dabei am besten von vorn nach hinten fönen.
  3. Die Haare der Frontpartie nun mit einer kleinen Rundbürste oder einer schmalen eckigen Haarbürste nach oben föhnen. Hierzu empfiehlt es sich, eine Styling-Düse zu verwenden.
  4. Haare anschließend mit Haarspray einsprühen oder Haargel verwenden und dann als Tolle nach hinten modellieren.
  5. Für ein glattes Ergebnis noch einmal vorsichtig mit einem Kamm über die Frisur gehen und die Haare richten.

Rockabilly Pompadour Video-Anleitungen

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Schwierigkeitsgrad: Leicht

Rockabilly Elephant’s Trunk Video-Anleitung

Schwierigkeitsgrad: Mittel


Rock’n’Hair: Buch mit Anleitungen für Rockabilly-Frisuren Männer

Dieses Buch von Rock’n’Hair enthält neben hilfreichen Tipps zu Rockabilly-Damenfrisuren auch Anleitungen für Rockabilly-Männerfrisuren. Schritt für Schritt wird mit großen farbigen Bilder erklärt, wie Pompadour, Seitenscheitel oder Ducktail richtig in Form gebracht werden.

Hier ein kleiner Einblick ins Buch:

Rockabilly-Männerfrisuren Anleitungen

Rockabilly-Männerfrisuren Anleitungen aus dem Buch Rock’n’Hair. (© Rock’n’Hair)

Wer Interesse am Buch hat, kann sich gern beim Team von Rockabilly-Pinup.de per Mail melden. Wir nehmen Anfragen gern entegegen. Das Buch ist für 34,50 Euro (inkl. Versandkosten) erhältlich.

8 Gedanken in “Rockabilly-Frisuren Männer

  1. Paul Knorpp sagt:

    Hallo,braucht man einen Haarschnitt um eine Pompadour odereinen Elephant Trunk tragen zu können. Und was ist bei einem schmalen gesicht am besten?

    Danke

    • admin sagt:

      Hallo lieber Paul,

      es ist sicher von Vorteil, wenn die Haare bereits etwas in Form geschnitten sind, d. h. das Oberhaar etwas länger, die Seiten etwas kürzer. Wie du im letzten Video sehen kannst, gehen beide Frisuren aber auch wunderbar mit mittellangen Haaren. Wichtig ist, dass die Haare nicht zu kurz sind, denn sie sollen ja sichtbar nach hinten gestylt werden.
      Bei einem schmalen Gesicht solltest du darauf achten, dass die Seitenpartien nicht zu nah am Kopf anliegen, sondern etwas Volumen im Haar ist, anderfalls verlängert die Frisur das Gesicht optisch zu stark.
      Ich hoffe, das hilft dir erst einmal weiter.
      Vielleicht haben ja die anderen User noch weitere Tipps?

      Viele Grüße,
      Dein Rockabilly-Pinup.de Team

  2. Mike sagt:

    Super Artikel :)
    Danke dafür!

    • admin sagt:

      Hallo Mike,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wir freuen uns, dass dir der Beitrag gefällt!

      Viele Grüße,
      das Rockabilly-Pinup.de-Team

  3. Irene sagt:

    Hi ihr Lieben!
    Viele Männer haben ja leichte Probleme mit spärlichem/feinem Haar gerade im Stirnbereich. Habt ihr in diesen Fällen irgendwelche Tipps, Hinweise und Frisurenvorschläge?

    • admin sagt:

      Hallo liebe Irene,

      Rockabilly-Frisuren mit dünnen Haaren im Stirnbereich sind eigentlich genauso machbar. Schließlich kannten die Männer in den 50er-Jahren das Problem ja auch schon und haben sich nicht gescheut, ihre Haare zu stylen ;) Wenn man sich die Fotos von damals ansieht, kann man sehen, dass bei einigen der Haaransatz sehr weit oben ist bzw. die Geheimratsecken stark ausgeprägt sind.

      Die Tipps können hier je nach Haarschnitt und Haarstruktur des Mannes variieren. Im Zweifelsfall holt man sich am besten Rat bei Experten – dem Friseur des Vertrauens.

      Wenn vor allem Volumen im Haar fehlt, um zum Beispiel eine “richtige” Tolle zu formen, empfehlen sich eher Gelfrisuren: Einen schönen Seitenscheitel ziehen und die Seitenpartien einfach mit Pomade oder Gel glatt kämmen.
      http://mhstatic.de/fm/1/thumbnails/Sleek_800x533.jpg.2802496.jpg

      Oder aber man(n) versucht, das dichtere Haar von hinten – falls vorhanden – nach vorn zu holen. Idealer Grundschnitt wäre hier ein Point-Cut (ähnlich den Emo-Frisuren), bei dem die Haare vom Wirbelbereich nach vorn gelegt werden und mit den vorderen Strähnen auf gleicher Länge abschließen. Dann dürfte es auch mit der Tolle klappen! Sie wird dann eben nicht nach hinten geformt, sondern hat ihren Akzent vorn. So ähnlich, wie bei diesem Kollegen hier: https://thefashiontag.files.wordpress.com/2013/09/men-looks-undercut-street-style.jpg – allerdings sollte die hintere Partie der Haare noch ein Stück länger sein. Dazu passt auch ein beidseitiger Undercut.

      Dünnes Haar sollte grundsätzlich mit Haarkuren und anderen speziellen Pflegeprodukten behandelt werden. Da die Haare in der Regel anfälliger auf Einflüsse von außen (Sonne, Hitze, Trockenheit,…) sind, brauchen sie auch intensive Pflege. Zu viele Stylingprodukte könnten das Haar zu sehr belasten. Mit Pomade etc. sollte also möglichst sparsam umgegangen werden. Kopfmassagen stimulieren die Kopfhaut und stärken so das Haar. Geföhnt werden sollte nur mit mäßiger Temperatur – auf keinen Fall zu heiß!

      Wir hoffen, das gibt dir ein paar Anregungen. Vielleicht haben ja auch andere erfahrene Rockabillys noch hilfreiche Tipps auf Lager? Dann gern her damit!

      Stylishe Grüße,

      Das Rockabilly-Pinup.de Team

  4. Jan sagt:

    Hey,
    Ich wollte mal Nachfragen ob es auch eine Frisur gibt für lange Haare, habe bis jetzt nichts gefunden. Meine Haare gehen mir bis zu den schulterblätter ^^

    • admin sagt:

      Hallo Jan,

      eine Rockabilly-Frisur für lange Haare ist relativ schwierig zu stylen. Du könntest versuchen, deine Haare von hinten nach vorn zu einer (sehr) voluminösen Tolle zu formen. Hierfür benötigst du aber sicher sehr viel Haarspray oder Gel. Alternativ könntest du versuchen, einen Ducktail zu stylen. Dazu gelst du deine Haare jeweils rechts und links nach hinten. Die langen Haare am Hinterkopf solltest du dann am besten zu einem Zopf zusammenbinden. So kannst du zumindest von vorn einen guten Rockabilly-Look kreieren. In jeden Fall hilft ein Mittelscheitel bei einer Rockabilly-Frisur.
      Normalerweise haben die meisten Rockabillys einen Kurzhaarschnitt, denn in den 50er-Jahren trugen Männer noch keine langen Haare. Dieser Trend entwickelte sich erst in den 60ern.

      Teste einfach aus, ob dir deine Haare so gefallen – findest du keinen passenden Look, solltest du deine Frisur einfach so lassen, wie sie ist. Den Rockabilly-Stil kannst du ja auch mittels Mode und Accessoires nach außen tragen.

      Wir hoffen, unsere Tipps helfen dir weiter.

      Stylishe Grüße,

      dein Rockabilly-Pinup-Team

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